Eine für Angestellte und Arbeiter sehr wohltätige Einrichtung war die Bruderlade.(ein Vorläufer der heutigen Sozialversicherung) Sie wurde mit Beginn des Bergbaues in Turrach von den Bergknappen eingerichtet. Mit Genehmigung des Fürsten Adam Franz zu Schwarzenberg wurde im Jahre 1724 die Bruderlade mit Statuten versehen und für alle Eisen und Hammerwerke in der Herrschaft Schwarzenberg neu eingerichtet. Sie bezweckte, kranke, verunglückte oder altersschwache Arbeiter sowie Angehörige in dringender Not zu unterstützen. Jeder Berg-, Hütten-, Holz- und Kohlearbeiter wurde verpflichtet von seinem Verdienstgulden ca 4 Gulden abziehen zu lassen. Außer diesen Beiträgen unterstützten die hohen Werksbesitzer des öfteren durch Geldzuwendungen diese Bruderladekasse. Ferner wurden Arbeiter, die eine halbe Stunde zu spät zur Arbeit eingelangten, um eine halbe Schicht zu Gunsten der Bruderlade bestraft. Auch diejenigen Bergknappen die zum täglichen Gebet nicht erschienen, erhielten 3 Gulden Abzug. Später wurden andere Strafgelder eingeführt, die in der Zeit von 60 Jahren die Summe von 1869,36 Gulden erreichten. Im Jahre 1872 erreichte die Bruderlade den größten Mitgliederstand von 337 Personen. Die jährlich Unterstützungsbedürftigen waren ungefähr 25 Personen. In der Vorzeit gab es wenig Kranke, da sich die meisten mit Wasser und diversen Heilkräutern kurierten. Als man aber Krankenschichten zu zahlen begann, betrug die durchschnittliche Ausgabe hierfür 931 Gulden jährlich. Seit dem Jahre 1846 wurde vom regierenden Fürsten ein Werksarzt aufgestellt, welcher, so wie auch die notwendigen Medikamente, fürstlicherseits bestritten wurden. Im Jahre 1883 hatte die Bruderlade ein Vermögen von 43.200 Gulden aufzuweisen. Die Auflösung dieser Werksbruderlade erfolgte erst im Jahre 1933 nach eine
m bestehen von fast 300 Jahren!
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